100 Jahre für soziale Gerechtigkeit - SPD-Ortsverein Pilsting-Großköllnbach feierte Jubiläum

Lokalpolitik

Pilsting-Leonsberg.

100 Jahre SPD-Ortsverein Pilsting-Großköllnbach war der Anlass zu einer Feierstunde in der Schlossgaststätte Leonsberg zu der SPD-Ortsvorsitzende eingeladen hatte. SPD-Vorsitzende Monika Rudolf freute sich über den zahlreichen Besuch und konnte unter den Gästen Staatssekretär Florian Pronold MdB, Landrat Heinrich Trapp, SPD-Kreisvorsitzenden und Kreisrat Dr. Bernd Vilsmeier und Bürgermeister Josef Hopfensperger begrüßen. Als Gäste waren auch die umliegenden SPD-Ortsvereine aus Lengthal, Moosthenning, Landau und Wallersdorf gekommen, um Solidarität mit den Genossinnen und Genossen aus Pilsting zu zeigen.

„Es ist mir eine große Freude, hier zu unserer Feierstunde so viele Gleichgesinnte begrüßen zu dürfen, freute sich Monika Rudolf.  Dank des Spürsinns von SPD-Kreisrat Nik Söltl aus Landau, der in alten Zeitungsarchiven einen Artikel aus dem Jahr 1919 gefunden hat, in dem der SPD-Ortsverein Pilsting zu einer Maifeier einlädt. „Die Unterlagen des Ortsvereins wurden wohl alle vernichtet, da Anhänger oder gar Mitglieder sozialistischer Parteien in der damals aufgeheizten politischen Lage nach dem Ersten Weltkrieg und nach der Machtübernahme der NSDAP schwerste Repressalien, sogar den Tod, zu befürchten hatten,“ so Nik Söltl. Unübersichtlich war die Lage ab dem 7. November 1918 geworden, als in München die Revolution ausbrach und am 8. November 1918 vom Sozialdemokraten Kurt Eisner der Freistaat Bayern ausgerufen worden ist. Erste Versammlungen mit Vertretern der SPD aus München fanden am 14. und 15. Dezember 1918 in Wallersdorf und Landau statt.“ Die ersten freien Landtagswahlen am 12. Januar brachten den ersten großen Ruck Richtung Sozialparteien. Nach der Reichstagswahl eine Woche später wurde in München mit der Räterepublik die politische Situation noch brenzliger, dieser wurde dann von konservativen Freikorps und der Reichswehr blutig niedergeschlagen. In dieser unklaren Lage wurde für den 1. Mai ein Festzug in Landau organisiert. Die Kriegsleiden, politischen Umstürze, gegenseitigen Anschuldigungen und Anfeindungen und die späte Information der Bevölkerung machten den Neuanfang schwierig. All diese Gründe hätten es schwergemacht, dass damals die SPD hatte Fuß fassen konnte, so Söltl.

Landrat Heinrich Trapp beglückwünschte den Ortsverein für das 100-jährige Bestehen und verwies in seiner Rede darauf, dass viele Anliegen, die die SPD zur Gründungszeit hatte, mittlerweile umgesetzt seien. Bürgermeister Josef Hopfensperger dankte den in den Marktgemeinderat gewählten SPD-Mitgliedern für ihre teils jahrzehntelange stets konstruktive Zusammenarbeit: „Es sind hier zwei Mitglieder, mit denen ich schon sehr lange im Marktgemeinderat bin. Es war eine sehr ehrliche und aufrichtige Zusammenarbeit. Ich glaube, wir können stolz sein, was in den letzten 20 bis 30 Jahren in der Gemeinde erreicht wurde.“ Besonderen Dank richtete Bürgermeister Hopfensperger an Albert Störringer für die 30-jährige Zusammenarbeit im Marktgemeinderat und für die zwölf Jahre, die Störringer als Seniorenbeauftragter der Marktgemeinde ehrenamtlich tätig ist.

Parlamentarische Staatssekretär Florian Pronold, MdB, forderte die Mitglieder auf, aus der Geschichte etwas Lebendiges zu machen und daraus Ableitungen auf das Hier und Heute zu treffen: „Viele können sich nicht vorstellen, was damals 1918 eigentlich passiert ist, weil es heute so selbstverständlich ist. Aus Untertanen sind Staatsbürgern geworden. Demokratie, allgemeines Wahlrecht für alle, auch die Frauen, ein Betriebsverfassungsgesetz und der Acht-Stunden-Tag waren herausragende Errungenschaften.

 
 

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